November 2013

Draußen regnet es, typisches Küsten-  Herbstwetter eben! Und das NATUREUM geht in den wohlverdienten Winterschlaf, inklusive dem fast wiederhergestellten Hamenkutter ERNA BECKER,  von „uns“ liebevoll KleinErna genannt.  („uns“, das sind Jürgen+Inge Evers, die einen Teil ihrer Freizeit mit Renovierungsarbeiten an diesem Kutter verbracht haben und, nach der lockeren Klönrunde des Fördervereins im letzten Oktober, um einen Bericht über Besagten gebeten wurden.) KleinErna ist zwar noch nicht winterfest – es zieht noch ganz gewaltig durchs Achterschiff, weil leider immer noch die Ruderhaus-Türen fehlen, hier und da ein zwei Leisten - aber das ist ja läppisch, wenn wir bedenken, wie wir 2011 KleinErna kennenlernten:

Da erschien nämlich im September im „Hadler Kurier“ ein Aufruf, dass freiwillige Helfer gesucht würden, um das historische Schiff wieder auf Vordermann zu bringen. Anlässlich des Freiwilligen-Treffens am 14. September 2011 im NATUREUM erfuhren wir Folgendes.

Jetzt folgt ein kleiner geschichtlicher Rückblick für Euch/Sie:
Der Hamenkutter wurde 1892 als Segler mit Spiegelheck auf der SIETAS Werft in Hamburg-Neuenfelde gebaut, getauft auf den Namen Anna Helene und 1924 zum Motorschiff umgerüstet. Bedingt durch verschiedene Eigentümer, umgetauft auf die Namen Elisabeth und schließlich 1961 auf ERNA BECKER. Mit dem letzten Eigner Hans-Heinrich Becker an Bord wurde der Hamenkutter 1992, vor Brunsbüttel vor Anker liegend, gerammt, überfahren und versenkt. Nur ERNA  konnte geborgen werden und fand am 1. November 1992 im NATUREUM seinen letzten Ankerplatz. Vor ungefähr  6 Jahren bekam das über hundertjährige Katastrophenschiff ein Dach über den Kopf und blieb somit weitgehend vor größerem Verfall bewahrt; sah aber dennoch ziemlich erbärmlich aus - kein Wunder bei dieser Vorgeschichte.

Die Gesamtregie lag und liegt in den Händen des Freiburger Bootsbauers Rainer Hatecke und dieser versuchte KleinErna erst einmal richtig zu stabilisieren. Wir entfernten die defekten  Kühlwasserleitungen und mussten fest-stellen, dass das Rückgrat von KleinErna, also der Kiel, total verrottet war und daraufhin im Frühjahr 2012 eingeschalt und mit Beton ausgegossen wurde. Aber das sieht man KleinErna glücklicherweise nicht auf den ersten Blick an – nur, mit dem Zuwasserlassen war es nun endgültig vorbei!

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