Lebensader Elbstrom - Brücke zwischen den Welten

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die „Lebensader Elbstrom“, wo der enorme Nutzungsdruck einer bedeutenden Wasserstraße auf eine der letzten großen naturnahen Flussmündungen Europas trifft. Besondere Beachtung finden Meeressäuger, Wanderfische und Zugvögel, die in einer der meist befahrenen Schifffahrtsstraßen ihren Lebensraum behaupten müssen. 

Die neue Dauerausstellung präsentiert in modernem Design und frischen Farben die Einzigartigkeit der Elbmündung mit ihrer faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt, die Besonderheiten der durch Ebbe und Flut geprägten Flusslandschaft und ihre Bedeutung für den Vogelzug. 

Die Eingangshalle stimmt mit Küstenimpressionen auf den Rundgang durch die Ausstellung ein. In der begehbaren Niederelbe-Region mit ihren charakteristischen Landschaftsformen Marsch, Moor und Geest prallen nicht nur Sturmfluten auf Deiche und Sperrwerke, sondern auch landwirtschaftliche auf ökologische Interessen.  

Am Übergang zwischen den Bereichen „Land“ und „Wasser“ schwebt das sieben Meter lange Skelett eines Entenwals, der sich 1913 in die Unterelbe verirrt hatte und dort schließlich bei Freiburg strandete. Von dort taucht der Rundgang zu den großen Heringsschwärmen ab und führt in die Wasserwelt der Elbmündung ein, die mit dem Helgoländer Lummenfelsen endet. Treppaufwärts geht es mit den Vögeln in die Lüfte auf eine globale Reise mit Nonnengänsen und Küstenseeschwalben.

Intensiv behandelt wird das Thema Konsum und Nachhaltigkeit. Der “ökologische Rucksack“ von ganz alltäglichen Gütern wird hier veranschaulicht. Was gehört alles dazu, bis beispielsweise eine Jeans bei uns im Regal zum Verkauf angeboten werden kann? Welche Rohstoffe werden für ihre Herstellung verbraucht? Wie lange ist die Jeans „auf Reisen“? Diesen und ähnlichen Fragen wird in der Ausstellung nachgegangen. Zudem kann jeder Besucher anhand des ökologischen Fußabdrucks seine eigene Lebensweise auf den Prüfstand stellen und hinterfragen.

In der neu integrierten Kinderlinie führt eine kleine Küstenseeschwalbe als Maskottchen die jungen Gäste durch die Ausstellung mit spannenden Spielen und lehrreichen Aktionszonen. Bildschirme, Touch-Monitore und andere Experimentierstationen regen zum selbstständigen Entdecken und Erfahren an. Für Schulklassen und Gruppen gibt es spezielle Angebote mit pädagogisch ausgearbeiteten Führungen und spannenden Mitmachaktionen zu ausgewählten Themen.

Die Ausstellung orientiert sich an den Kriterien der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Dabei geht es um die gerechte Verteilung von Chancen für alle Menschen auf der Erde, heute und auch für zukünftige Generationen. Dies kann nur durch nachhaltiges Wirken erreicht werden, indem die Menschen lernen, die Auswirkungen des eigenen Handelns in anderen Regionen der Erde und für die zukünftige Entwicklung abzuschätzen und in ihr Handeln einzubeziehen.

Die Region der Unterelbe ist dafür ein Musterbeispiel, da hier die Herausforderung besteht, ökonomische Interessen wie die landwirtschaftliche Nutzung der fruchtbaren Marschböden und den Ausbau bzw. Erhalt der Wasserstraße für die Hafenwirtschaft mit ökologischen Interessen wie dem Schutz des einzigartigen Ökosystems Elbästuar in Einklang zu bringen. Hinzu kommt der Aspekt des Küstenschutzes, der infolge des Klimawandels und des damit verbundenen Anstiegs des Meeresspiegels immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die Ausstellung regt zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema an und gibt Denkanstöße zur Reflektion des eigenen Handelns.

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